Die Segeberger Schnapphähne auf der virtuellen Siegesburg

Am 10. Juli 2021 erklommen wir Schnapphähne nach 377 Jahren die auferstandene Siegesburg wieder – moderne virtuelle Technik machte es möglich ...

Nach historischer Vorlage erklommen wir Rottenmitglieder der „Segeberger Schnapphähne“ am Samstag, den 10. Juli 2021 die virtuelle Siegesburg auf dem mächtigen Kalkbergmassiv. 

Wie zu Zeiten des Thorstenson-Krieges (1643 – 1645) erreichten wir das Innere der riesigen Burganlage über die Zugbrücke und durch das Torhaus oder durch den heimlichen Seiteneingang über der westlichen Steilklippe; während der Jahre des Krieges bedienten wir uns oft dieses vergessenen Zugangs zur Burg, da wir auf diese Weise unbemerkt von den Schweden oder Spionen an die Pulverbestände und an die Waffenarsenale Caspar von Buchwaldts gelangen konnten. 

Ermöglicht wurde der Zeitsprung in unsere Vergangenheit durch das virtuelle Stadtmodell „Segeberg 1644 – Schicksalsjahr einer Stadt“, das der „Förderverein Kreis- & Stadtmuseum Segeberg“ seit Juli 2021 regelmäßig in öffentlichen Vorführungen präsentiert. Im virtuellen Modell, das die Stadtanlage samt Kalkberg und Siegesburg kurz vor der Sprengung der Burg 1644 auf nahezu drei Quadratkilometern und im Maßstab 1:1 wiedergibt, bahnten wir Schnapphähne uns während der Vorführung jeder seinen eigenen virtuellen Weg hinauf zu Siegesburg: Durch die Häuserzeile der Segeberger Kalkbergstadt, um den historischen Kalkberg und durch den ursprünglichen Steinbruch an der Südflanke des einstigen Bergmassivs hindurch oder entlang des noch unbebauten „Kastanienwegs“ mit einem sagenhaften Panorama auf Berg und Burg. In der Burg angekommen, staunten wir auch hier über die unzähligen Details, Stilelemente und über die verblüffend realistische Widergabe der virtuellen Burg mit seinen zahlreichen hoch aufragenden Bauten, Mauern, Türmen, Zinnen und Wehrgängen. 


Schneiderin Maren – unter ihren Röcken stets bewehrt mit einem Dolch – erging es auf der Segeberger Burg nicht anders, als uns allen: „Die Siegesburg ist so riesig, ich fürchtete, mich am Ende zwischen all den Gebäuden und Gängen zu verlaufen“. Doch der herrliche Blick vom Bergfried bis hinunter zur Vorburg oder noch weiter hinab bis zur Stadt belohnte zuletzt uns alle, wenngleich die erlebte Höhe auch manchem von uns alten Kämpen weiche Knie bereitete. Eine atemberaubende Zeitreise in die eigene Vergangenheit, die uns im Anschluss gleich noch dazu verleitete, auf den heutigen Rest-Kalkberg zu steigen – von der herrlichen Burg konnten wir aber nur noch einen kümmerlichen unteren Brunnenrest vorfinden ... Ein riesiges Loch klafft heute dort, wo noch vor 400 Jahren hoch oben die gewaltige Burg auf dem einstigen Bergmassiv thronte.

Unser Plakat dazu >

Segeberger-Schnapphähne-Aktion-August-2019

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