Wir Segeberger Schnapphähne: 1643 bis 1645

 

Das waren sehr harte Zeiten damals. Und für manchen von uns Schnapphähnen endete es blutig …

 

Als ob wir bis zum Lübecker Frieden nicht schon genug geblutet hätten, war der Große Krieg auch 1629 noch lange nicht an seinem Ende; aber wenigstens bei uns in Holstein fanden keine großen Schlachten mehr statt – bis im Jahre des Herrn 1643 dann doch noch der verfluchte Schwede bei uns einfiel; und das kam so:

 

Einfall der Schweden

Unserem großmächtigsten Herrn und König, Christian lV. von Gottes Gnaden, Herrscher über das Königreich Dennemarck und in den Herzogtümern, hat es gefallen, den Sundzoll im Öresund zu erhöhen, um dem Großmachtstreben des schwedischen Kanzlers Oxenstierna eins auszuwischen. Oxenstierna, dieser Teufel im Spitzenkragen, befahl daraufhin seinem verfluchten General, Lennart Torstenson, mit 16.000 Mann einen Gewaltmarsch: von Schlesien und Mähren aus in 30 Tagen bis nach Jütland! Schon am 11. November 1643 überschritt der gichtkranke Oberbefehlshaber bei Steinhorst die Grenze nach Holstein, d. h., er musste sich in einer Sänfte tragen lassen, denn reiten konnte der gichtige kleine Kerl ja nicht mehr. Ausgerechnet in Rümpel, südlich Oldesloe, richtete er dann sein Hauptquartier ein, besetzte in Holstein etliche Festungen und Städte, und ein regelrechter Kleinkrieg, Trupp gegen Trupp, brach im Holstenland los. Mit den läppischen 2000 regulär aufgestellten Landsknechten auf unserer Seite war da nicht mehr viel zu retten. 

Und dann kam unsere große Stunde!

General und Graf von Ortala

Lennart Tortenson

Schwedischer Kanzler,  

Axel Oxenstierna

eigenes Foto
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Frye holsteinische   Knechte

selbst erstelltes Foto
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Wir fryen Kechte greifen ein!

Der brave Amtmann zu Segeberg, Caspar von Buchwald, und sein getreuer Schlossvogt Hermann von Hatten stellten unsere in sechs Rotten eingeteilten Corps holsteinischer fryer Knechte auf: lauter wagemutige Einheimische wie wir, geworben aus den Dörfern rund um Segeberg. Unsere kampfesmutigen Rotten wurden – je nach Größe – von Korporalen oder Capitainen befehligt und waren unterschiedlich ausgestattet: 

 

Die erste Rotte bestand aus 24 Mann, war zu Pferd und vollständig mit Musketen bewaffnet. Die zweite Rotte bestand aus 40 Mann und war ebenfalls beritten und mit Feuerwaffen ausgerüstet. Die dritte Rotte umfasste 30 Mann, die sich zu Fuß bewegte und Musketen und Pistolenpaare zur Verfügung hatte. Die vierte Rotte bestand immerhin noch aus 20 Mann Fußvolk, war aber mehrfach mit Radschlössern bewaffnet. Die fünfte Rotte wies ganze 25 Knechte stand- und mannhaftes Fußvolk aus und war vollständig mit  Feuerbewaffnung ausgerüstet. Und in unserer sechsten Rotte kämpften 40 frye Knechte zu Fuß, zumeist wohlmundieret mit Lunten- und Radschlössern.

Schwedische Besatzertruppe nach dem Fußmarsch von Böhmen nach Holstein

Alle unsere Rotten operierten jede für sich – zusammen waren wir aber doch stattliche 179 Mannen. Und wer uns begegnete, sollte angesichts unserer strotzenden Rüstung meinen, wir wären eine ehrlich auscommandierete Söldner Partey. Aber an unseren Federn lernte man uns alsbald als Raubvögel kennen! 

 

Nein, aufhalten konnten auch wir gut gerüsteten Schnapphähne die marodierenden schwedischen Besatzer nicht – bereits im Januar 1644 hatten die wilden Horden ganz Jütland besetzt – aber ordentlich piken konnten wir sie doch! Unsere Aufgabe war es, den Schwed’ nicht aus dem Auge zu lassen, ihm, wo möglich, die Versorgung zwischen Lübeck und Hamburg abzuschneiden und allgegenwärtig die Correspondenz-Reuter abzufangen. Für gute Verstecke, anständigen Vorrat und vor allem für Kraut und Lot hatte der gutmächtigste Segeberger Amtmann Caspar von Buchwald die Sorge zu tragen. Und er sorgte gut für uns: Zwar war sein Amtssitz, das windschiefe Segeberger Schloss hoch oben auf dem Kalkberg, schon seit Jahrzehnten ein verlassenes und vernachlässigtes Gemäuer, das niemand mehr verteidigte. Doch gerade weil bei dem traurigen Anblick der alten Burg niemand einen Verdacht schöpfte, eigneten sich ihre verwinkelten Keller und geheimen Gelasse für einen mächtigen Vorrat an Schwarz- und Schießpulver und an Waffen aller Art; über geheime Verbindungsreuter blieben wir stets gut versorgt damit! Ja, und nach dem Ende der Besatzung war uns Moorbauern gar die Befreiung von allen herrschaftlichen Dienstbarkeiten versprochen!

Segeberger Schnapphähne empfangen „Lot und Kraut“ am Torhaus der Siegesburg

Segeberger Schnapphähne empfangen „Lot und Kraut“ am Torhaus der Siegesburg

Wer wäre da nicht für seinen Herrn in den Krieg gezogen? Doch die Sache ging böse aus – für uns Schnapphähne wie für Segeberg überhaupt … Aber der Reihenfolge nach: 

 

Von Sieg zu Sieg mit uns Schnapphähnen

Zunächst feierten wir einige ganz ermutigende Erfolge: Am 29. März 1644 zum Beispiel, wo wir Schnapphähne unter Major zur Mühlen nach heftigen Kämpfen einen Capitain-Lieutenant, einen Lieutenant, einen Cornet und sieben schwedische Dragoner – allesamt aus dem Kommando des schwedischen Generalmajors Mortaigne – aufbrachten und nach kurzem Kampf die schwer verletzten Gefangenen in Ulzburg festsetzten, während drei Schweden auf der Strecke blieben. Und erst die Beute an diesem Tag: zwei Wagen mit Pulver, noch zwei Wagen mit 150 Paar Stiefeln, 150 Sätteln und 100 Paar Pistolen mit den Bandeliers; dazu ein Wagen voller Fässer mit Rheinwein, Pommeranzen und zwei Tonnen Austern. Ja, und es kam noch dicker: Auf einem Wagen hatten die Schweden wahrhaftige Schätze mit sich geführt: ein Kleid mit goldenen Spitzen, ein gesticktes Rapier-Gehenk, zwei silberne Schalen, eine goldene Kette und zwei goldene Armbänder. Ja, wer von uns armen Moorbauern hat denn schon einmal echtes Gold in seinen Händen gehalten? Und obendrein kam noch ein ganzes Bündel Briefe an den Teufel Torstenson mit wichtigen Anweisungen, wohl aus Stockholm. Alles haben wir brav in Ulzburg übergeben.

Segeberger Schnapphähne überfallen eine schwedische Nachhut

Segeberger Schnapphähne überfallen eine schwedische Nachhut

Und gleich vier Tage später, am 3. April 1644, nahmen wir dem Schweden ganze 350 requirierte Ochsen wieder ab, trieben sie anderntags unbeschadet nach Glückstadt und heimsten dort 1000 Reichstaler Belohnung dafür ein.

Und so ging es fröhlich weiter: Am 6. April nahmen wir dem Schwed’ mit 40 Schnapphähnen 1¼ Meilen vor Oldesloe schon ganze 1000 Ochsen ab, trieben die meisten davon ebenfalls nach Glückstadt und verkauften den Rest gar selbst, als die Belohnung geringer ausfallen sollte, als wir beanspruchten. Reichsgraf Christian von Pentz, der Gouverneur von Glückstadt, war schwer beeindruckt von uns Schnapphähnen und wollte uns sogleich eine eigene Fahne übergeben und uns offizielle Offiziere vorsetzen, aber das lehnten wir natürlich ab – ein „fryer Knecht“ braucht keinen Vorgesetzten!

Am 17. April 1644 waren etliche von uns in der Wilstermarsch auf einen Trupp schwedischer Reuter mit vertraulichen Schreiben von dem furchtbaren Räuber General Hans Christoph von Königsmarck, Generalmajor Axel Lilie und Oberst Dörfling getroffen; die Schweden wehrten sich heftig, so mussten wir acht von ihnen mit Blei sieben, aber zwei von den Burschen und besonders die 10 Pferde konnten wir in unsere Festung Glückstadt überstellen. 

Wieder am 22. Juni überrumpelten wir einen völlig unvorbereiteten Schwedentrupp, brachten nach kurzem Kampf sechs Gefangene zu Glückstadt ein und konnten vermelden, den Obersten Pentz (das ist nicht etwa unser Graf Pentz!) bei Cappeln angefallen zu haben und haben dabei 50 Schweden niedergemacht und auch noch gute Beute losgeschlagen. Noch in derselben Woche hätten wir um Haares Breite sogar den berüchtigten Obersten Schlehbusch dingfest gemacht: Als wir seine Kutsche aufspürten, erwischten wir drei Mann und auch neun seiner Begleiter zu Pferd, Schlehbusch selbst entkam uns leider – ein wahrer Teufelsreuter!

Segeberger Schnapphähne kontrollieren die Handelswege zwischen Lübeck und Hamburg

Segeberger Schnapphähne kontrollieren die Handelswege zwischen Lübeck und Hamburg

Segeberger Schnapphähne brechen aus dem Unterholz der Segeberger Heide hervor

Segeberger Schnapphähne brechen aus dem Unterholz der Segeberger Heide hervor

Während der Schwed’ es also überall in Holstein mit uns zu tun bekam, konnte unser großmächtigster König die schwedische Flotte in der Ostsee im Zaum halten, naja, zumindest zeitweise … und wie wir hörten, unter tragischen Verlusten, denn Christian IV. soll während der tosenden Seeschlacht auf der „Kolberger Heide“ zu Anfang Juli 1644 dem Schweden ein Auge verehrt haben. 

 

Die Katastrophe

Zuletzt bekamen wir Verstärkung – und das ausgerechnet von dem kaiserlichen Papisten und Heerverderber Matthias Gallas.

Kaiserlicher Herrführer

Reichsgraf von Campo

Herzog zu Lucera

Matthias Callas

Als besagter Generalleutnant mit seinem mächtigen Söldnerheer von 12.000 Mann bei uns in Holstein auftauchte, zog Torstenson seine verwilderten Truppen aus Schleswig und Jütland flugs wieder ab und versuchte, über Rendsburg – und an Gallas und Neumünster vorbei – nach Süden zu entkommen. Doch bevor sie bei Oldesloe die Trave passierten, geschah die Katastrophe: 

Bereits Anfang Juli hatten schwedische Reuter auf der Straße nach Bramstedt zwei unserer Späher in der Wulfs-Küche bei Schafhausen aufgebracht und sie nach Hamburg verschleppt.

Die öde Gegend der „Segeberger Heide“ - ein ideales Versteck der Schnapphähne

Zunächst konnten wir uns ihr Verschwinden nicht erklären und nahmen an, dass sich diese beiden Knechte aus dem Staube gemacht hätten; hinterher hörten wir aber, dass die beiden Unglücklichen am 7. Juli in der alten Fronerei enthauptet und öffentlich aufs Rad gelegt worden waren. Unter der peinlichen Befragung mussten sie zuvor unser Versteck in der Segeberger Heide verraten haben, denn mit einem Mal durchkämmten auffällig viele schwedische Verbände das wüste, dürre Gelände vor Heidmühlen. So dauerte es nicht lange, und die Schweden hatten unser gut getarntes Lager entdeckt. Aber sie erwischten nur zwei unserer Kämpfer, wir anderen 20 Schnapphähne konnten im Dickicht der dunklen Segeberger Heide noch rechtzeitig fliehen. Auf dem Segeberger Schloss pressten die schwedischen Schergen aus den beiden Unglücksvögeln dann alles heraus. Ihre Schreie waren bis hinunter in die Stadt zu hören … Lennart Torstenson höchstpersönlich soll bei der grausigen Prozedur anwesend gewesen sein. Noch bevor der Tod die beiden erlöste, wusste der wutschnaubende Torstenson alles über Caspar von Buchwald und Hermann von Hatten als Werber und heimliche Kommandanten von uns Schnapphähnen, über uns Moorbauern als seine fryen Knechte und über das unverdächtigte Segeberger Schloss, dass sich nun als heimliches Hauptquartier und als Munitions- und Waffendepot entpuppte. 

Torstenson tobte vor Wut! Als Vergeltung befahl er, unsere altersgraue, seit 500 Jahren weit ins Land sichtbare Burg – Krone Holsteins und königliche Zier des Amtes Segeberg – zu vernichten! Nachdem die schwedischen Hunde sämtliche Bauten auf der Hauptburg mit unseren Pulvervorräten unterminiert hatten, steckten sie am 12. August 1644 alles in Brand … Nach gewaltigen Explosionen und einem Feuer, das auf dem Kalkberg über Tage loderte, war von der riesigen Anlage auf dem Gipfel und auch vom Vorwerk am Fuße des Bergrückens nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übriggeblieben! Selbst aus unseren weitab entlegenen Verstecken rund um Segeberg konnten wir das bittere Schauspiel beobachten.

12. August 1644: Der Tag der Katastrophe - Während Torstenson einen Schnapphahn verhört, brennt die Siegesburg

Doch damit nicht genug! Auch das Gut Pronstorf unseres braven Kommandanten und Amtmann verwüsteten Torstensons Schergen wiederum aus reiner Vergeltungssucht. Nur mit List und Mühe konnte der geschlagene von Buchwald sich nach Lübeck retten; wer weiß, was für ein blutiges Geschenk sie sonst auch ihm verehrt hätten …

 

Die Nachgefechte

Nach dem Abzug Richtung Süden verschwanden die Schweden noch nicht endgültig: Bei Ratzeburg schlugen sie noch einmal verheerend die Kaiserlichen, und zur Belagerung von Christianspries, Trittau, Pinneberg und den traurigen Resten der Breitenburg hatte Torstenson wiederum Truppen zurückgelassen; aus zähen Belagerungen entwickelte sich nun ein unsäglicher Kleinkrieg, der an Heftigkeit noch einmal zunahm, als zuletzt Carl Gustav Wrangel, dieser fette schwedische Kriegsgewinnler, mit 2000 Söldnern und 500 Reutern noch einmal nach Holstein einfiel und Itzehoe mit der Breitenburg ein weiteres Mal bestürmte und auch die Festung Rendsburg 22 Wochen lang belagerte. 

Als wir Schnapphähne dann bemerkten, dass die Schweden die Belagerung der Breitenburg aufgaben und über Kellinghusen wieder abzogen, fanden wir bei der Ruine an der Stör noch den Feldprediger und drei weitere schwedische Söldner vor – schlafend, was ihnen nicht bekommen ist, denn wir führten alle nach Glückstadt ab, wo sie ihren Rausch unter anderen Bedingungen weiter ausschlafen konnten!

Segeberger Schnapphähne in einem Versteck unterhalb des Kalkbergs

Segeberger Schnapphähne in einem Versteck unterhalb des Kalkbergs

Die böse Falle

Noch immer belagerten schwedische Söldnertruppen Teile Holsteins und auch Jütlands. Im Frühjahr des Jahres 1645 stellten diese Hunde uns dann eine böse Falle, und in unserer unbändigen Kampfeswut tappten wir mitten hinein! Das kam so: Immer noch lagen an allen wichtigen Verbindungen zwischen Hamburg und Lübeck unsere Späher, und so erfuhren wir wieder einmal rechtzeitig von einem größeren Ochsentransport, der von Altona über den alten Heerweg für schwedische Verbände im Norden vorgesehen war und nur scheinbar von einer ungesicherten Nachschubkolonne begleitet wurde. Bei Quickborn im Ellerbrook legte sich unsere gesamte 1. Rotte im Unterholz auf die Lauer, nichtsahnend, dass auf beiden Seiten des Heerweges und in sicherer Entfernung Söldner des schwedischen Obersten von Wirtsburg die Kolonne verfolgten. Als wir angriffen, wurde die 1. Rotte überrumpelt und schlagartig von den Reutern Oberst Wirtsburgs eingekesselt – 15 unserer fryen Knechte waren sofort tot, acht gerieten in Gefangenschaft. Nur ein einziger Schnapphahn konnte fliehen und uns anderen über das schreckliche Geschehen berichten. Die Gefangenen wurden anschließend in Trittau eingekerkert und von dem schwedischen General-Auditeur Abraham Reinhard unter der peinlichsten Folter zu umfassenden Aussagen über unsere Rotten und Geständnissen gezwungen.

Der gedruckte Folterbericht des schwedischen 

General=Auditeurs Abraham Reinhard von 1645

Gleich am 23. März 1645 machten wir fryen holsteinischen Knechte einen letzten Versuch, unsere unglücklichen Brüder aus der schwedischen Gefangenschaft in Trittau wieder frei zu bekommen: Dazu hatten wir 35 schwedische Söldner bei Glückstadt aufgebracht; 24 mussten wir im Getümmel auf das Grässlichste niedermachen, aber die 11 überlebenden Schweden überstellten wir der Festung Glückstadt und baten darum, diese zum Gefangenenaustausch zu nutzen – vergebens, wie sich zuletzt herausstellen sollte. In einem Schauprozess wurden unsere acht Kameraden zum Tode verurteilt und wenige Tage darauf hingerichtet: sieben von uns wurden von unten gerädert, der Anführer unserer 1. Rotte bei lebendigem Leibe gespießt. 

Gott erbarme sich ihrer!

Das böse Ende von sieben unserer Kameraden …

Der Frieden von Brömsebro

Gegen alle Angriffe und Besatzungen der Schweden verteidigten sich unsere Festungsmannschaften und Kriegsvölker weiterhin tapfer bis zum Friedensschluss von Brömsebro im August 1645. Der Krieg in Holstein war zu Ende – aber für alle Zeiten passé waren auch die glorreichen Jahre, wie sie noch in den Jahrzehnten vor dem Krieg herrschten! Unzählige Einwohner in den Dörfern und Städten waren vom Schweden totgeschossen. Und auch die Zerstörungen waren immens: Neben der Burg mitsamt dem Vorwerk und dem Gute Pronstorf waren etliche Dörfer total abgebrannt: Lentförden, Nützen, Kampen, Kaltenkirchen, Schmalfeld, Kattendorf, Oersdorf, Henstedt und Kisdorf; in Ulzburg waren von 20 nur noch 6 Hufen übriggeblieben, und auch in Hüttblek waren zwei Hufen vollständig niedergebrannt. Ganze 296 Häuser waren den schwedischen Marodeuren in den zurückliegenden zwei Jahren zum Opfer gefallen! Doch manch einer von uns Schnapphähnen hat seine heldenhaften Erlebnisse aus seinen jungen Tagen noch als sehr alter Mann erzählt, und so sind sie im Amt Segeberg lange in der Erinnerung geblieben … Als trauriges Zeugnis jener Tage verblieb noch bis zum Ende des Jahrhunderts die weithin sichtbare Ruine der Siegesburg auf dem breiten Rücken des Kalkberges; doch gestattete unser großmächtigster König Friedrich lll. von Dennemarck bereits nach dem Frieden von Westfahlen den Abbau der Mauerreste zur Weiterverwendung. – So verschwand dieses einst stolze Fürstenhaus allmählich aus der Geschichte und geriet in völlige Vergessenheit.

Zwei aus unserer Rotte

Die Unterschriften unter dem Friedensvertrag von Brömsebro

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